Zuckerfreie Ernährung, Abnehmen, Diabetiker, Wissen

Zuckerersatzstoffe – Zuckerfreie Ernährung und Süßungsmittel

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Zuckerersatzstoffe – Du hast zu wenig Informationen zu Süßungsmitteln, Zuckeraustauschstoffen und Süßstoffen? Hier findest Du die Antworten auf Deine Fragen.

Zuckerersatzstoffe und Süßungsmittel – Was unterscheidet Zuckeraustauschstoffe von chemischen Süßstoffen?

Zuckerfreie Ernährung fällt vielen Menschen nicht leicht. Du willst weniger Zucker zu Dir nehmen, traust aber Süßungsmitteln nicht über den Weg. Finde hier die Antworten auf Deine Fragen.

Der Gaumen ist an süß gewöhnt und verlangt nach Schokolade, Keks und weiteren Naschereien. Das ist für den Körper nicht ideal, nicht gesund und führt zu Problemen wie Übergewicht, Bluthochdruck und einfach einem schlechten Körpergefühl. Du willst abnehmen auf dem Weg zur Bikinifigur und Dein Gewicht langfristig kontrollieren? Also weniger Zucker konsumieren, am besten gar keinen, aber wie? Die Lösung für Ernährungsbewusste und Zuckerkranke sind Süßungsmittel. Man verwendet Süßungsmittel, um Lebensmittel mit weniger oder überhaupt ohne Kohlehydrate und damit ohne Zucker zu süßen.

Zuckerersatzstoffe ermöglichen Dir, die Kohlehydratzufuhr deutlich zu verringern. Wenn Du auf einer ketogenen Diät bis, behindern Süßigkeiten und Naschereien den Ketose-Stoffwechsel und damit Deine Abnehmeziele.

Es gibt 2 Arten von Süßungsmitteln: Zuckeraustauschsstoffe und Süßstoffe.

Beide gehören rechtlich zur Kategorie der Süßungsmittel. Geschmacklich unterscheiden sich viele Süßungsmittel von Zucker, zB. Stevia gilt als eher bitter, Xylit als kühl im Mund. Die Hersteller versuchen, den Geschmack auch ohne Zucker möglichst gut zu komponieren. Neben dem Geschmack sind weitere Kriterien wichtig: Wie lange kann man das Süßungsmittel lagern, ohne dass es klumpig wird (wie feucht gelagerter Zucker), ist es hitzestabil (wichtig beim Backen), behält es seine Süße auch über Wochen hinweg und so weiter.  

Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoffe werden auch Zuckeralkohole genannt, sie gehören zur Gruppe der Kohlehydrate, sind aber keine Zucker. Ihr Ursprung ist zumeist pflanzlich, sie stammen aus Gemüse und Feldfrüchten. Der Kaloriengehalt liegt unter dem des Industriezuckers, bei Manchen sogar bei null. Für Diabetiker sind Zuckeraustauschstoffe geeignet. Der Blutzuckerspiegel steigt nur gering an, weil Zuckeraustauschstoffe insulinunabhängig verstoffwechselt werden. Lebensmittel mit Süßungsmitteln sind somit geeignet für Menschen, die unter Diabetes leiden oder sich einfach bewusst ernähren wollen. Der glykämische Index bzw. die glykämische Last sind gering. Im Gegensatz zu Zucker lösen sie keine oder nur kaum Zahnkaries aus.

Süßstoffe

Bei Süßstoffen handelt es sich großteils um chemisch hergestellte Substanzen mit hoher Süßkraft (bis zu 4.000 Mal stärker als Zucker). Sie haben mit Zucker nichts zu tun. Zu Süßstoffen gibt es viele Studien in unterschiedlicher Qualität, in der Fachwelt sind sie teilweise umstritten. Süßstoffe gelten aufgrund der Zulassungsvorschriften in der EU als sicher, verursachen keine Karies und belasten nicht die Bauchspeicheldrüse.

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Zuckeraustauschstoffe im Detail

Folgende Zuckeraustauschstoffe sind derzeit in der Europäischen Union zugelassen:

  • Erythrit
  • Isomalt
  • Lactit
  • Mannit
  • Maltit
  • Polygyciolsirup
  • Sorbit
  • Xylit

Erythrit (Erythritol E968)

Erythrit ist weiß und sieht aus wie Kristallzucker. Es wird durch die mikrobielle Umwandlung durch Pilze von Glucose oder Saccharose (Kristallzucker) hergestellt. Auch der menschliche Körper erzeugt aus Glucose Erythrit. Erythrit eignet sich hervorragend zur Verwendung in zuckerfreien Süßigkeiten und Lebensmitteln für Diabetiker. Dieses Süßungsmittel ist ohne Mengenbeschränkung für Lebensmittel ohne Zucker zugelassen. 

Die Eigenschaften von Erythrit sind:

  • Aussehen wie Zucker
  • Hitzestabil
  • Nicht klumpend
  • Geruchsfrei
  • Süßkraft schwächer als Kristallzucker (rd. 70 % Süßkraft im Vergleich zu Kristallzucker)
  • Geschmack: Reine Süße wie Zucker, kein Beigeschmack
  • Brennwert praktisch 0, weil Erythrit vom Körper nicht verstoffwechselt wird. Damit unterstützt Erythrit die Keto-Diät ideal und behindert nicht den Keto-Stoffwechsel. Du kannst Süßes ohne Kohlehydrate zu Dir nehmen und brauchst auf zuckerfreie Schokolade, Kekse, Waffeln oder Pralinen nicht zu verzichten. Geeignet für LCHF und Low Carb Ernährung
  • Kein Einfluss auf den Blutzucker- oder Insulinspiegel. Sehr geringer glykämische Last, findet daher Verwendung für Diabetiker und diabetische Ernährung bzw. generell für Menschen, die zuckerfrei oder mit weniger Zucker leben möchten. Erythrit wird zu etwa 90 % vom Dünndarm aufgenommen und anschließend ausgeschieden. Nur rund 10 % gelangen in den Dickdarm. Es kommt aus diesem Grund nur zu geringen laxativen Effekten.
  • Zahnschonend, nicht kariesauslösend, kariogene Bakterien verstoffwechseln Erythrit nicht und es kommt daher nicht zu Zahnfäule
  • Erythrit wurde bereits im Jahr 1848 von John Stenhouse isoliert und beschrieben. Es ist unter den folgenden Handelsnamen im Handel erhältlich (Quelle: Wikipedia):
    • E968 (Alkoholzucker)
    • Einser zum Süßen (AT)
    • Eryfly, Erylite (D, AT)
    • Erythrit (AT, CH, DE)
    • Erythritol (D)
    • Sera (D, AT, BX, CZ, FR, IT, RU)
    • Serapur (D, CH, EU)
    • Sucolin (D, AT)
    • Sukrin (D, CH)
    • SweetCare Natursüße (D, CH, EU)
    • sweetERY (D)
    • Neue Süsse (D)
    • Next Zucker Extra leicht (AT)
    • Wiezucker Diät (D, F)
    • Zukka (AT)
  • Dieses Süßungsmittel ist seiet 1997 in den USA und seit 2006 in Europa zugelassen. Es gelten keine Mengenbeschränkungen oder maximale Aufnahmemengen. Derzeit ist Erythrit in über 60 Länder lebensmittelrechtlich zugelassen.
  • Erythrit ist für Diabetiker und Übergewichtige gut geeignet. Der Körper nimmt es nicht auf, es ist wohlschmeckend süß und dabei praktisch kalorienfrei
Erythrit zum zuckerfreien Süßen
Zuckerfrei Süßen mit Erythrit

Isomalt (E953)

Isomalt macht den gleichen optischen Eindruck wie Kristallzucker, ist aber zuckerfrei: weiß, kristallin, rieselfähig. Dieses Süßungsmittel wird aus Saccharose (Zucker) hergestellt. Der Schmelzpunkt liegt bei 142 Grad Celsius. Isomalt ist nicht hygroskopisch und zieht damit kein Wasser an. 

Die Eigenschaften von Isomalt sind:

  • Aussehen wie Zucker, hitzestabil, keine Wasseranziehung, nicht klumpend
  • Die Süßkraft ist gleich wie Kristallzucker
  • Isomalt hat den großen Vorteil, dass es neben Geschmack auf Körper (Textur) bringt und somit 1:1 Zucker ersetzen kann, auch in Figuren, Bonbons oder Riegeln
  • Geschmack: Reine Süße wie Zucker, kein Beigeschmack
  • Isomalt wird vom Körper nur schwer aufgenommen (schwerverdauliche Kohlehydrate). Diese schwerverdaulichen Kohlehydrate regen die Darmtätigkeit an und wirken leicht abführend.
  • Geringer glykämische Last im Vergleich zu Zucker, findet daher Verwendung für Diabetiker und diabetische Ernährung bzw. generell für Menschen, die zuckerfrei oder mit weniger Zucker leben möchten
  • Zahnschonend, nicht kariesauslösend
  • Geeignet für LCHF und Low Carb Ernährung

Bei manchen Menschen wirkt Isomalt abführend. Produkte mit Isomalt müssen daher den Hinweis tragen “Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken”. Isomalt ist in über 70 Ländern zugelassen und trägt die Kennzeichnung “Keine mengenmäßige Einschränkung” als Lebensmittel der höchsten Kategorie für Lebensmittelsicherheit.

Zuckerfrei Süßen mit Isomalt
Zuckerfrei Süßen mit Isomalt

Lactit (E966)

Lactit ist ein Zuckeraustauschstoff, der auf Basis von Milchzucker hergestellt wird: Der Glucoseteil der Lactose (Milchzucker) wandelt dabei zu Sorbit (Glucitol) um. Lactit findet man vor allem in Diabetikernahrungsmitteln. Da die Süßkraft von Lactit nur etwa 30 % der des Zuckers beträgt, ist Lactit nicht weit verbreitet. In zuckerfreien Süßigkeiten oder Lebensmitteln ohne Zucker spielt Lactit nur eine untergeordente Rolle. 

Mannit (Mannitol E421)

Dieser Zuckeraustauschstoff kommt natürlich in Feigen, Braunalgen, Olivenbäumen und Lärchensaft vor. Mannit ist in Lebensmitteln ohne Zucker nicht sehr häufig anzutreffen. Er wirkt leicht abführend und fördert die Wasseausscheidung aus dem Körper. 

Maltit (Maltitol E465)

Maltit beruht auf der Hydrierung von Malzzucker (Maltose). Für die Verwertung reinen Maltits ist im menschlichen Stoffwechsel kein Insulin nötig und belastet daher nicht den menschlichen Organismus.

Eigenschaften von Maltit:

  • Weiß, pulvrig, kommt auch häufig als Sirup vor
  • Süßkraft etwas geringer als Kristallzucker (60 – 90 % Süßkraft im Vergleich zu Kristallzucker)
  • Geschmack: Reiner Süßgeschmack wie Zucker, harmoniert sehr gut mit dem Eigengeschmack des Basisprodukts
  • Hygroskopisch, zieht Wasser aus der Luft an und hält die Lebensmittel damit feucht, Schutz vor Austrocknung
  • Brennwert geringer als Zucker
  • Deutlich geringere glykämische Last als Zucker, findet daher Verwendung für Diabetiker und diabetische Ernährung bzw. generell für Menschen, die zuckerfrei oder mit weniger Zucker leben möchten.
  • Zahnschonend, nicht kariesauslösend
  • Geeignet für LCHF und Low Carb Ernährung

Maltit läuft unter “Keine mengenmäßige Einschränkung” als Lebensmittel der höchsten Kategorie für Lebensmittelsicherheit.

Maltit zuckerfrei
Zuckerfrei Süßen mit Maltit

Polyglycitolsirup (E964)

Kaum gebräuchlich, und daher hier nicht betrachtet.

Sorbit (E420)

Die Grundstoffe für die Sorbitherstellung sind Glucose, Fructose oder Sorbose. Diese werden hydriert und zu Zuckeralkoholen umgewandelt. Üblich ist die Herstellung aus Glucose auf Basis von Weizen- oder Maisstärke. Sorbit kommt in vielen Früchten natürlich vor: Birnen, Äpfel, Zwetschken, Marillen, Pfirsiche. Sorbit wird im menschlichen Körper ohne Insulin verstoffwechselt und belastet nicht die Bauchspeicheldrüse.

Eigenschaften von Sorbit:

  • Weiß, kristallin, ähnelt Zucker
  • Süßkraft 50 % geringer als Kristallzucker
  • Geschmack: Reine Süße
  • Brennwert geringer als Zucker
  • Deutlich geringere glykämische Last als Zucker, findet daher Verwendung für Diabetiker und diabetische Ernährung bzw. generell für Menschen, die zuckerfrei oder mit weniger Zucker leben möchten.
  • Zahnschonend, nur schwach kariesauslösend
  • Geeignet für LCHF und Low Carb Ernährung

Produkte mit Sorbit müssen den Hinweis tragen “Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken”.

Sorbit zuckerfrei
Zuckerfrei Süßen mit Sorbit

Xylit (E967)

Xylit oder auch Xylitol und Birkenzucker genannt ist ein Zuckeraustauschstoff, der als natürlicher Zuckeralkohol in Gemüse und Früchten vorkommt (Erdbeeren, Himbeeren, Zwetschken, auch in Getreide, Mais und Zuckerrohr und Baumrinde – daher rührt auch der Name Birkenzucker für Xylit). Im menschlichen Körper wird Xylit in der Leber hergestellt. 

Die Eigenschaften von Xylit sind:

  • Aussehen wie Zucker
  • Süßkraft praktisch gleich wie Kristallzucker (98 % Süßkraft im Vergleich zu Kristallzucker)
  • Geschmack: Süße wie Zucker, leicht kühles Mundgefühl wie ein Hauch von Menthol bzw. wie man es von Eiskonfekt kennt
  • Brennwert 40 % unter dem Kaloriengehalt von Zucker
  • Deutlich geringere glykämische Last als Zucker, findet daher Verwendung für Diabetiker und diabetische Ernährung bzw. generell für Menschen, die zuckerfrei oder mit weniger Zucker leben möchten
  • Zahnschonend, nicht kariesauslösend. Xylit wirkt sogar
  • Geeignet für LCHF und Low Carb Ernährung
zuckerfrei Xalit
Zuckerfrei Süßen mit Xylit

Xylit ist backfähig für alle Teigarten. Einzig bei Germteig (Hefeteig) gibt es Einschränkungen. Die Literatur spricht von Nichteignung bei Germteig. Unsere Backversuche für verschiedene Germteigkuchen haben gezeigt: Es funktioniert auch mit Xylit statt mit Kristallzucker, wenn man 2 Dinge beachtet: Dem Teig mehr Zeit zum Aufgehen geben (mind. doppelt so lang wie gewöhnlich) und eine klein wenig Zucker zum Teig geben.  Hier ist 1 Teelöffel Zucker pro 500 g Mehl ausreichend, es kann ruhig auch Honig sein. Diese geringe Zuckermenge braucht die Germ zum Aufgehen, der Zucker wird dabei von der Hefe verstoffwechselt.

Genaueres zum Thema Backen findest Du im Blogbeitrag Zuckerfreie Schokolade.

Achtung: Xylit ist für Hunde giftig! Bitte nicht verfüttern und passt auf, dass Euer Hund kein Xylit zu sich nimmt.

Für Menschen kann Xylit bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Daher ist auf Produkten mit Xylit ein entsprechender Hinweis vorgeschrieben. Es tritt häufig ein Gewöhnungseffekt ein und die abführende Wirkung verschwindet. Es braucht also eine gewisse Übergangszeit.

Süßstoffe im Detail

Süßstoffe helfen bei der Umstellung auf zucherfreie Ernährung. Es sind in der Europäischen Union klar regulierte Substanzen und bedürfen vor ihrer Markteinführung einer Zulassung. Viele Süßstoffe sind umstritten, teilweise sind die Quellen und auch die Zulassungen bereits in die Jahre gekommen. Unten findest Du eine Studienübersicht über die Süßstoffe, die es derzeit am Markt gibt. Den Ursprung haben die meisten Süßstoffen in der Ernährung von Diabetikern mit zuckerfreien Lebensmitteln.

In der Detailbeschreibung jedes zuckerfreien Süßstoffes findest Du den Link zum offiziellen Eintrag dieses Lebensmittelzusatzstoffes in der Datenbank der Europäischen Union (offizieller Link).

Folgende Zuckeraustauschstoffe sind derzeit in der Europäischen Union zugelassen:

  • Acesulfam K (E950)
  • Aspartam (E 951)
  • Cyclamat (E 952)
  • Saccharin (E 954
  • Sucralose (E 955)
  • Thaumatin (E 957)
  • Neohesperidin (E 959)
  • Stevia (Stevioglykoside, E 960)
  • Neotam (E961)
  • Aspartam-Acesulfam-Salz (E 962)
  • Advantam (E 969)

Acesulfam K (E950)

Acesulfam wurde von der Hoechst AG in den Sechzigerjahren entwickelt. Die chemische Formel lautet C4H4KNO4S. Optisch ist es ein weißes Pulver mit guter Löslichkeit in Wasser. Dieser Süßstoff süßt rund 200 Mal so stark wie normaler Haushaltszucker, er eignet sich zum Backen aufgrund seiner Hitzestabilität. Der menschliche Körper verstoffwechselt Acesulfam K nur in geringem Ausmaß, sodass man ihn in hoher Konzentration im Abwasser und in weiterer Folge in Flüssen wieder findet. Die maximale Tagesdosis (ADI) liegt bei 9 mg pro kg Körpergewicht (Erwachsene).

Weiterführerender Link: Acesulfam K im Food Additive European Union

Aspartam (E 951)

Aspartam ist wahrscheinlich der am meisten umstrittene Süßstoff am Markt, seitens der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde gab es jahrelang keine Zulassung für Aspartam. Die chemische Formel von Aspartam lautet C14H18N2O5, die zulässige Höchstdosis beträgt 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Aspartam süßt 200 Mal stärker als Zucker und ist auch unter dem Markennamen NutraSweet bekannt. Aspartam findest Du vor allem in zuckerfreien Getränken. Die Substanz ist farblos und kristallin. Bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen ist Aspartam verboten, immer wieder gibt es Hinweise auf eine mögliche krebserregende Wirkung, die wir aber nicht bewerten wollen oder können.

Weiterführender Link: Aspartam im Food Additive European Union

Cyclamat (E 952)

Cyclamat ist einer der ältesten in Europa zugelassenen Süßstoffe, die erstmalige Markteinführung erfolgte bereits 1963. Die chemische Formel lautet C6H12NNaO3S, Cyclamat süßt rund 35 Mal so stark wie Haushaltszucker. Die erlaubte Tagesdosis liegt bei 7 mg pro kg Körpergewicht, was vor allem bei jüngeren Menschen zu einer Überschreitung der täglichen Höchstdosis führen kann. Cyclamat ist hitzebeständig und hat einen Geschmack, der sehr nahe am Zucker liegt. Der menschliche Körper verarbeitet Cyclamat nicht, sondern scheidet es wieder über die Nieren aus. Cyclamat steht aufgrund verschiedener Studien im Verdacht, Krebs auszulösen. In den USA ist Cyclamat seit Jahrzehnten verboten.

Weiterführender Link: Cyclamat im Food Additive European Union

Saccharin (E 954)

Saccharin ist ebenfalls einer zuckerfreier Süßstoff. Erstmals wurde Saccharin bereits 1879 vorgestellt. Die chemische Formel lautet C7H5NO3S, es handelt sich um einen kristallinen, farb- und geruchlosen Feststoff. Seine Süßkraft liegt etwa 300 Mal höher als Zucker, allerdings hat Saccharin einen unangenehmen metallischen Beigeschmack. Saccharin ist gut hitzebeständig und lange lagerfähig. Medizin ist Saccharin umstritten, jedoch in der EU als unbedenlich eingestuft.

Weiterführender Link: Saccharin im Food Additive European Union

Sucralose (E 955)

Die chemische Formel von Sucralose lautet C12H19Cl3O8, es handelt sich um farblose Kristalle oder um eine wässrige Lösung. Sucralose süßt 600 Mal so stark wie Zucker. Dieser Süßstoff ist relativ neu am Markt und stammt vor allem aus den USA. Die erlaubte Tagesdosis beträgt 15 mg pro kg Körpergewicht. Sucralose ist nicht hitzebeständig und kann beim Erwärmen über 120 Grad Celsius zu Dioxin zerfallen. Vor der Erhitzung wird daher grundsätzlich abgeraten.

Weiterführender Link: Sucralose im Food Additive European Union

Thaumatin (E 957)

Thaumatin sticht aus der Reihe der übrigen Süßstoffe hervor, da dieser Süßstoff ein natürlicher Pflanzenextrakt ist. Er süßt 2.000 Mal stärker als Zucker, hat aber einen eigenen Geschmack nach Lakritze. Ursprünglich stammt das Extrakt aus Afrika, wo Thaumatin seit langer Zeit verwendet wird. Mittlerweile erfolgt die Erzeugung mittels gentechnisch veränderter Hefen. Es gibt keinen offiziellen Tageshöchstwert, der menschliche Organismus verdaut Thaumatin vollständig.

Neohesperidin (E 959)

Dieser Süßstoff hat wie Thaumatin einen pflanzlichen Ursprung und stammt aus Zitrusfrüchten. Die Süßkraft liegt 400 Mal höher als bei Zucker. Neohesperidin ist gut lagerfähig und auch hitzebeständig. Ein Nachteil ist der Geschmack, der neben Süße auch Lakritze- und Mentholaromen mit sich bringt. Es gibt keinen offiziellen Tageshöchstwert, der menschliche Organismus verdaut Thaumatin vollständig.

Weiterführender Link: Neohesperidin im Food Additive European Union

Stevia (Stevioglykoside, E 960)

Auf diesen Süßstoff möchte ich näher eingehen, da Stevia einerseits lange bekannt ist, andererseits in der Zuckerfrei Community aber stark diskutiert wird. Stevia ist ein Süßstoff, der aus der Steviapflanze – auch genannt Süßkraut – gewonnen wird. Die Süßkraft liegt beim 400fachen von Zucker. Die Ureinwohner Südameriaks kennen die Stevia-Pflanze seit Jahrhunderten und benutzen diese als Süßungsmittel.

Stevia hat keinen Nährwert und ist für Diabetiker geeignet. Stevia als Süßstoff ist in der EU seit 2011 zugelassen, allerdings nur der Süßstoff und nicht die gesamte Pflanze, die noch nicht vollständig erforscht ist. Zahlreiche Studien haben Stevia in Hinblick auf gesundheitsschädliche Auswirkungen untersucht, konnten aber keinen Zusammenhang zwischen dem Genuss von Stevia und möglichen Schädigungen des menschlichen Organismus herstellen.

Testpersonen beschreiben den Geschmack von Stevia unterschiedlich. Allgemein wird eine gewisse Bitterkeit und Lakritzgeschmack mit Stevia in Verbindung gebracht. Dieser Süßstoff ist nicht hitzestabil und eignet sich daher nicht zum Backen und Kochen. Stevia findet man vor allem in Süßigkeiten und Getränken sowie in Milchprodukten. Die Vereinten Nationen (WHO und FAO) haben eine maximal zulässige Tagesdosis von 4 mg je kg Körpergewicht festgelegt.

Weiterführender Link: Stevia in der EU Verordnung 1131/2011

Neotam (E961)

Kaum verwendet

Aspartam-Acesulfam-Salz (E 962)

Advantam (E 969)

Wichtig: In jedem Fall sind Aspartam und Aspartam-Acesulfam-Salz laut dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) giftig für Menschen, die an der Stoffwechselstörung Phenylketonurie leiden. Problematisch ist das enthaltene Phenylalanin. Deshalb muss auf Produkten mit Aspartam der Hinweis „enthält eine Phenylalaninquelle“ stehen.

Weder Zuckeraustauschstoffe noch Süßstoffe können die Lust auf bzw. die Sucht nach Süßem verhindern. Um das zu erreichen, braucht es eine langfristige und nachhaltige Ernährungsumstellung. 

Rechtliche Regelungen für zuckerfreie Produkte in der Europäischen Union

Grundlage für die Deklaration von zuckerfreien Produkten ist die Europäische Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Enthalten Produkte keinen Zucker (Mono- oder Disaccaride) dürfen diese trotz ihres Energiegehalts als “zuckerfrei” ausgezeichnet werden. Enthalten diese Produkte zusätzlich von Natur aus Mono- oder Disaccaride (zB. aus Früchten), so dürfen sie als “ohne Zuckerzusatz” deklariert werden.

Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe gelten rechtlich als Süßungsmittel.  Sie werden in der Zutatenliste mit ihrer E-Nummer angeführt. Es lohnt sich als mündiger Konsument also immer der Blick auf die Zutatenliste sowie auf die Nährwertangaben.

Zuckeraustauschstoffe sind schwer verdaulich und können abführend wirken. Deshalb müssen Produkte mehr als zehn Prozent eines Zuckeraustauschstoffs den  Hinweis tragen: „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“. Zuckeraustauschstoffe dürfen unbegrenzt zugesetzt werden, es gibt keinen täglichen Maximalwert (API: Acceptable Daily Intake). 

Quellenverzeichnis

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